selber kleben

Zum Neopren kleben brauchst Du:
Eine Dose Kontaktkleber (Pattex, Uhu, Makroplast, oder wie sie sonst heißen). Dose ist praktischer als Tube. Nimm immer die bessere Qualität, da muss draufstehen: extra oder hochwärmefest oder so was. Spezial-Neoprenkleber ist künstlich überteuert, Du brauchst ihn nicht. Er ist auch nur gewöhnlicher Kontaktkleber, schwarz eingefärbt (weil vor Jahrzehnten mal einer die Behauptung aufgestellt hat, schwarz sei besser).
Ein Pinselchen (kriegst Du in jedem Baumarkt).
Ein Glas mit Metalldeckel, für das Lösungsmittel.
Lösungsmittel für den Kontaktkleber kriegst Du leider nicht im Baumarkt, sondern nur im Fachhandel für Technik und Industrie.
Zum Beispiel unter dem Namen "Teroson".

Dieses Lösungsmittel brauchst Du einmal für das Pinselchen und zum andern, um den Kleber, der sich durch die Verdunstung allmählich eindickt, gelegentlich wieder zu verdünnen. Du darfst kein beliebiges Lösungsmittel wie Leichtbenzin, Nitro, Terpentin verwenden, das würde den Kleber zerstören.
Wir füllen den Kontaktkleber immer in ein Glas mit Metalldeckel um, und machen dieses Glas nur etwa halb voll. Bei einem Glas kann man den Rand nämlich leichter sauber halten und den Pinsel innen besser abstreifen.
Von dem Lösungsmittel füllen wir ebenfalls etwas in ein ca. 12 cm hohes Glas mit Metalldeckel, und zwar nur ca. 3 cm hoch. In diesem Glas wird das Pinselchen (ca. 12 cm lang) aufbewahrt.
Außerdem brauchst Du einen belüftbaren Raum, nicht unbedingt neben der Küche oder dem Schlafzimmer, und in diesem Raum einen "beschmutzbaren" Tisch bzw. Tisch mit stabilem Karton- oder sonstigem Belag.
Ich erspare mir an dieser Stelle die Hinweise für den Umgang mit Kontaktkleber (Giftigkeit, Brennbarkeit !), da sie allgemein bekannt sind.
Wenn Du jetzt z.B. eine durchgescheuerte Zeigefingerkuppe vor Dir hast, dann gibt's zwei Möglichkeiten:
Zum einen: draufkleben, wie bei einem Fahrradschlauch, und zwar eine entsprechend große Fläche
N2 -Material (Klebeseite offene Zellen, Aussenseite schwarz kaschiert).

Die andere, elegantere Möglichkeit: das schadhafte Stück herausschneiden und ein neues Stück einsetzen, oder den Fingerteil ganz abschneiden und vollständig rekonstruieren. Sei nicht frustriert, wenn das beim ersten mal nicht so richtig gelingt, und der Finger anschließend aussieht wie für Deinen gichtgeplagten Opa.

Ein anderes Beispiel: Ein durch Abnutzung allmählich undicht gewordenes Knie.
Wiederum zwei Möglichkeiten. Die schnelle: einen ca. 10 bis 12 cm großen Flicken (N2- oder N3-Material) draufkleben.
Die andere, wiederum elegantere und etwas aufwendigere Methode, die allerdings erst nach Jahren angebracht sein dürfte:
Fläche herausschneiden und aus kaschiertem Material neu einsetzen. Beim Einsetzen eventuell vorher mehrere Punkte mit Filzstift markieren, damit´s übereinstimmt, sonst entstehen nämlich unschöne Wölbungen, bzw. "Verziehungen" .
Am einfachsten ist ein langer Riss oder Schnitt:
Zunächst musst Du diesen Riss zum "aufklaffen" bringen, und dann musst Du diese Aufklaffung irgend wie fixieren (z.B. Klammern aus dem Baumarkt).
Wenn gar nichts geht, musst Du halt nach dem einpinseln die Aufklaffung mit Daumen und Zeigefinger einige Minuten festhalten, nämlich solang, bis der Kleber genügend getrocknet ist.
Nach dem einstreichen wie gesagt trocknen lassen, dann möglichst gleichmäßig zusammenfügen, dann mehrmals entlanggehen und mit Daumen und Zeigefinger kräftig zusammendrücken - natürlich von außen, da ist die Glatthaut so schön griffig.
Du kannst auch jederzeit auf eine Reparaturnaht (Schnitt) sicherheitshalber einen Nahtdeckstreifen aufbringen. Die glatte Außenhaut muss aber dann vorher mit grobem Schmirgelpapier (ca. 40er) aufgeraut, oder mit Lösungsmittel "chemisch" aufgeraut werden (siehe Nähte)
Deckstreifen von innen siehe ebenfalls bei "Nähte"