Die Vorteile / Erklärungen

GNT bedeutet schlicht und ergreifend: Glatthaut Neopren Tauchanzug (oder Trockenanzug)


Das wichtigste Merkmal: er ist außen glatt, nur innen kaschiert.

Zuerst eine kleine Einführung, da sonst das nachfolgende nicht verstanden werden kann! Ulrich Schreiber, der  Erfinder der GNT-Anzüge, hat diese in den 70er Jahren angefangen zu entwickeln weil es einfach keine angenehmen Tauchanzüge für ihn und seine Mitarbeiter für die tägliche Arbeit gab. (mehr dazu in der GNT Historie).


Zugegeben: einseitig kaschiertes Material ist nicht ganz so strapazierfähig wie das beidseitig kaschierte. Aber es ist seit Jahrzehnten für unsere Bedürfnisse in der Schiffstaucherei strapazierfähig genug. Immerhin haben wir oftmals ziemlich schwere Arbeit mit stacheligen Drähten, an scharfkantigen aufgeschlitzten Bordwänden und unter vielerlei sonstigen strapaziösen Bedingungen zu erledigen.

Die Vorteile:              

1.)                                                                                                                                                             

Der Anzug ist wesentlich weicher und dehnbarer. Das macht sich bereits beim Anziehen bemerkbar. Wegen der einseitigen Kaschierung ist er extrem weich und komfortabel. Er lässt sich bequemer und schneller an- und ausziehen als andere Anzüge. In den GNT schlüpft man einfach hinein, ähnlich wie in einen Overal. Und dann beim Arbeiten - Entschuldigung - beim Tauchen: hat man keinen Stress, sondern absolute Beweglichkeit und Entspannung.

2.)                                                                                                                                                              

Zusätzlich zu der nur einseitigen Kaschierung resultiert die Weichheit aus einer weiteren, nicht ganz unwesentlichen Feinheit: unser Material hat besonders kleine Luftzellen. Diese kleinen Luftzellen bewirken außer der Dehnbarkeit auch eine höhere Druckfestigkeit. Der Leser möge sich darüber im klaren sein, dass das sogenannte  Rubatex-Material deutlich größere Zellen hat als das in Fernost hergestellte Material. Man kann den Unterschied an der Schnittfläche mit bloßem Auge erkennen. Die großen  Zellen platzen unter Druck eher, als die kleinen. Ihr glaubt, das sei unbedeutend? Ist es durchaus nicht ! Ich habe es ausprobiert: Bei der Taucherarbeit pflege ich mich, insbesondere beim Verlassen des Wassers sehr oft auf den Knien aufzustützen. Die Knie und auch die Ellbogen werden oft durch Druck belastet (im Gegensatz dazu ist das Scheuern relativ unbedeutend). Dadurch platzen die großen Zellen viel eher. Das Material wird  schwammartig, saugt also Wasser an. Das geht so weit, dass bei getrocknetem Anzug die Knie angeschwollen aussehen. Wenn man draufdrückt, kommen Luftbläschen heraus und gleichzeitig wird die Oberfläche nass. Die meisten Hersteller beugen dem vor, indem sie an den Knien und Ellbogen Verstärkungen aufkleben. Wir haben dies bei unseren Anzügen zuerst nicht gemacht, dann aber festgestellt das eine tief (fast auf dem Schienbein) sitzende Verstärkung aus unserem weichen Material den Komfort nicht einschränkt. Im Ellbogen-Bereich brauchen wir absoluten Komfort, deshalb dort keine Verstärkung. Das "feinblasige" Material ist stabil genug. Und wenn es durch Scheuern schadhaft geworden ist, wird es repariert. Nichts ist einfacher, als Glatthaut-Neopren zu reparieren.

 3.)                                                                                                                                                        

Außen glatt bedeutet: wenn Du das Wasser verlassen hast, ist der Anzug im Nu trocken. In der warmen Jahreszeit ein kleiner Nachteil, da man dann Kühlung braucht. Aber der GNT ist nun einmal für Kälte konstruiert. Mit dem GNT brauchst Du jetzt im Wind nicht zu frieren, denn es entsteht keine Verdunstungskälte. Weiterhin hast Du nach der Heimfahrt im Kofferraum Deines Wagens keine Pfütze, und wenn Du ihn daheim im Keller aufhängst: ebenfalls keine Pfütze drunter. Und wenn Du ihn über dem Unterarm trägst, bekommst Du keinen nassen Ärmel, und er ist leicht, da Du nur den Anzug trägst, kein Wasser. Wenn er nach einem ausgedehntem Tauchgang innen durch die Transpiration mal feucht geworden ist, dann drehst Du entweder nur Hals, Schultern und Arme, oder den ganzen Anzug um und hängst ihn auf den GNT Bügel.

Außen Glatt ist auch beim Tauchen wärmer wegen geringer Oberfläche (jeder einzelne Faden der Kaschierung vergrößert die Oberfläche).

4.)                                                                                                                                                              

Außen glatt bedeutet schließlich auch, dass man die Oberfläche im Nu sauber machen kann. In der gewerblichen Taucherei gibt's z.B. bei Hilfeleistungen an havarierten Tankern und beim Aus- und Einbau von Antriebswellen und Ruderflächen regelrechte Einsau-Orgien in Mineralöl und Schmierfett, das schlimmste ist schweres Heizöl: eine schwarze, schmierige, klebrige Pampe. Wir reinigen uns dann anschließend mit Waschbenzin. Die glatte Außenhaut macht da keinerlei Probleme. Ich bin sicher, dass auch beim Sporttauchen eine problemlose Reinigung von Bedeutung ist.

5.)                                                                                                                                                            

Der Schnitt des Anzuges ist dem Körper angepasst dies hat die Vorteile das einem die Luft beim Tauchen nicht in die Beine schießt wodurch sich der GNT fast wie ein Nassanzug tauchen lässt. Der GNT hat so eine gute Isolation das er ohne Unterzieher oder wenn mit Unterzieher nur mit ganz dünnem Unterzieher getaucht wird wir empfehlen unseren Kunden dünne Funktionsunterwäsche, dadurch wird natürlich auch weniger Blei benötigt. (Erfahrungsgemäß braucht man mit einem Crash-Neopren-Anzug mit Unterzieher bei gleichem Wärme empfinden ca. 2Kg Blei mehr)

6.)                                                                                                                                                          

Die einfache Reparatur wenn mal im Tauchurlaub etwas passiert ist fast alles mit einer Tube Kontakt-Kleber aus dem Baumarkt zu Reparieren (siehe Tips und Tricks).          

 

Zum Schnitt des GNT ist ansonsten nicht viel zu sagen. Wir haben uns bemüht, möglichst wenig Nähte an den durch Bewegung überbeanspruchten Stellen zusammenlaufen zu lassen. Gutes Schnittmuster ist heutzutage Standard, da haben wir den anderen Herstellern nichts voraus. Halt, doch, diese Kleinigkeit: in der Achsel gibt's nur noch eine einzige Naht! Die unterm Arm ankommende Längsnaht haben wir umgelenkt und lassen sie vorne vor der Schulter auf die senkrechte Naht auftreffen. Genial einfach!

Beim GNT gibt's wegen der Glatthaut außen natürlich keine Vernähung. Auch innen haben wir nach langer Überlegung auf die Vernähung verzichtet. Der Leser möge sich bitte im klaren darüber sein, dass die Nadelstiche der sogenannten Blindstichnaht ca. 2 mm tief ins Material eindringen und dieses "verletzen".(Bei Vernähung außen und innen bleibt nicht mehr viel an unverletztem Material übrig!) Im Bereich der Blindstichnaht existiert ein nicht dehnbarer Faden in einem dehnbaren Medium. Das muss durch dauernde Bewegung allmählich zu Rissen führen, welche sich in die unverletzte Wand ausdehnen können. Deshalb haben wir innen anstelle der Vernähung alle Klebenähte mit 2 mm dickem, 2 cm breitem, kaschiertem Neoprenband abgeklebt. Die Kaschierung garantiert im Gegensatz zu Gummiband angenehme Schlüpfrigkeit beim Anziehen. Der Fuß ist im unteren Bereich mit dünnem, geriffeltem Gummi verstärkt. Er hat eine mittelweiche Profilsohle. Man kann den Fuß zum Innen-Trocknen problemlos umdrehen: Er müffelt nicht, so wie bei den Anzügen mit den nicht umkehrbaren Stiefeln. Bei uns gibt's natürlich absolut kein Latex, sondern weiche, ca. 4 mm dicke Manschetten an Hals und Handgelenken, nach innen zum umschlagen. Der GNT hat ein drehbares Einlassventil und ein großes Auslassventil von Apex (von manuell bis automatisch einstellbar). Der GNT ist ein "zweiteiliger" Trockenanzug. Er hat eine Halsmanschette und eine separate Kopfhaube. Beim GNT trägt man die Maske auf der Gesichtsmanschette.